Ferienwohnung vermieten lassen: Wer vermietet dann eigentlich?
Der Schlüssel liegt in der Küchenschublade. Die Wohnung ist eingerichtet, vielleicht geerbt, vielleicht als Anlage gekauft, vielleicht war sie jahrelang langfristig vermietet und steht jetzt leer. Und irgendwann fällt der Satz: „Eigentlich könnte man die als Ferienwohnung vermieten. Nur selbst machen will ich das nicht.“
Ich verstehe diesen Satz sehr gut. Bevor wir die WolkenGuckerei im März 2025 eröffnet haben, kannten Manuel und ich Ferienwohnungen nur von der anderen Seite, als Gäste. Wie viel hinter einer Übernachtung steckt, merkt man erst, wenn das eigene Handy abends um zehn noch vibriert, weil jemand den Lichtschalter im Flur nicht findet.
Was mich an dem Satz trotzdem stutzig macht, ist das kleine Wort „lassen“. Ferienwohnung vermieten lassen klingt nach einer einzigen Entscheidung. In Wirklichkeit stecken dahinter drei ziemlich verschiedene Abmachungen. Und der wichtigste Unterschied zwischen ihnen steht nicht in der Preisliste. Er liegt in der Frage, wer am Ende das Risiko trägt und wer noch mitreden darf.
Der Vermittler findet die Gäste. Und dann?
Der klassische Weg ist eine Vermittlungsagentur. Sie stellt deine Wohnung in ihren Katalog und auf die großen Portale, nimmt Buchungen an und bekommt dafür eine Provision. Üblich sind je nach Anbieter und Umfang etwa 15 bis 30 Prozent der Mieteinnahmen.
Damit sind die Gäste gefunden. Wer ihnen den Schlüssel übergibt, wer nach der Abreise putzt, die Betten bezieht und den kaputten Föhn ersetzt, ist damit oft noch nicht geklärt. Manche Agenturen bieten das gegen Aufpreis mit an, bei anderen bleibt es beim Eigentümer oder bei jemandem vor Ort, den er selbst organisiert.
Das kann genau richtig sein. Wer in der Nähe wohnt, gern selbst übergibt und vor allem Buchungen braucht, macht mit einem Vermittler einen ehrlichen Deal. Nur „ich habe damit nichts mehr zu tun“ ist es eben nicht.
Die Wohnung bleibt deine. Die Arbeit nicht.
Beim Co-Hosting bleibst du Eigentümer und Vermieter. Die Einnahmen laufen auf dich, die Entscheidungen über größere Ausgaben triffst du. Wir übernehmen das, was im Hintergrund jeden Tag passieren muss, damit eine Ferienwohnung läuft: Preise, die sich nach der Nachfrage richten, Plattformen und Kalender, die zusammenpassen, Buchungsregeln, Inserate. Je nach Modell auch die Nachrichten der Gäste, den Check-in und die Abstimmung rund um Reinigung und Wäsche.
Ehrlich gesagt ist das der Teil, den die meisten unterschätzen. Nicht weil eine einzelne Aufgabe schwer wäre, sondern weil es so viele kleine sind. Eine Preisänderung fürs lange Wochenende, eine Umbuchung, eine Rechnung für einen Firmengast. Jede für sich dauert ein paar Minuten. Zusammen sind sie der Grund, warum eine Ferienwohnung so selten das passive Einkommen ist, das man sich vorgestellt hat.
Und ja, dafür stehen dann 15 bis 25 Prozent auf dem Papier, je nachdem wie viel du abgibst. Das ist Geld, das will ich gar nicht kleinreden. Aber wer alles selbst macht, zahlt auch, nur eben mit Abenden statt mit Euro.
Meine eigene Arbeit ist ja auch nicht kostenlos. Sie hat nur leider kein Preisschild.
Was beim Co-Hosting bei dir bleibt, ist das Risiko. Gute Monate sind deine guten Monate, schwache Monate auch. Dafür bleibt die Wohnung deine Wohnung, mit deinem Bild an der Wand und deinem Tipp für das Café um die Ecke. Wir liefern dir die Struktur einer Fewoverwaltung. Du lieferst weiterhin die Persönlichkeit deiner Fewo.
Und wenn ich gar kein Risiko tragen will?
Dann gibt es noch den dritten Weg, über den erstaunlich wenige sprechen: Du vermietest die Wohnung nicht an Gäste, sondern an einen Betreiber. Er mietet sie gewerblich, zahlt dir jeden Monat dieselbe feste Miete und betreibt sie auf eigene Rechnung. Ob im Februar wenig los ist oder im Mai die Messe die Preise hochtreibt, merkst du auf deinem Konto nicht. Im Guten wie im Schlechten.
Diesen Weg kennen wir aus eigener Erfahrung, nur von der anderen Seite des Vertrags. BASE in Erlangen gehört uns nicht. Wir haben das Haus im Sommer 2026 im laufenden Betrieb angemietet, die alten Möbel rausgeräumt, neue Betten gekauft, Inserate, Preise und Abläufe neu aufgesetzt. Bereits drei Monate nach der Übernahme lag der Monatsumsatz beim Sechsfachen des ursprünglichen Wertes. Das Haus ist dasselbe geblieben. Geändert hat sich, wer es betreibt.
Für den Eigentümer heißt so eine Anmietung: Er muss sich um Gäste, Buchungen und Bewertungen nicht kümmern. Er gibt dafür aber auch mehr aus der Hand als beim Co-Hosting, zum Beispiel wie die Wohnung eingerichtet wird und für welche Gäste sie gedacht ist. Was beim Haus selbst bei ihm bleibt, etwa größere Reparaturen, gehört vorher sauber in den Vertrag.
Wir suchen solche Objekte auch für uns selbst. Ehrlich dazu gehört: Für uns rechnet sich eine Anmietung erst, wenn mehrere Wohnungen an einem Ort zusammenkommen. Reinigung, Wäsche und Betreuung für eine einzelne Wohnung irgendwo in Franken tragen sich als Mieter nicht. Für eine einzelne Wohnung ist der Co-Host deshalb meistens der bessere Weg.
Welcher Weg passt zu deiner Wohnung?
Wenn ich selbst vor der Küchenschublade stünde, würde ich mich zuerst fragen, wie nah ich an der Wohnung wohne. Wer zehn Minuten entfernt lebt und gern selbst die Tür aufschließt, braucht vielleicht nur jemanden, der Gäste findet. Wer zwei Stunden weg ist oder einen Beruf hat, der abends nicht aufhört, braucht jemanden, der den Alltag übernimmt.
Dann würde ich mich fragen, ob ich mitverdienen will, wenn es gut läuft, oder ob mir jeden Monat dieselbe Zahl lieber ist. Beides ist vernünftig. Es sind nur zwei verschiedene Arten, über Geld nachzudenken.
Und zuletzt, wie sehr die Wohnung noch nach mir aussehen soll. Für manche ist genau das der Grund, warum sie überhaupt vermieten wollen. Für andere ist es völlig egal, Hauptsache, sie ist gepflegt.
Eine Frage kommt bei allen drei Wegen vor jeder anderen: Darf die Wohnung überhaupt als Ferienunterkunft genutzt werden? Das hängt von der Gemeinde und vom Haus ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Wir klären es am Anfang gemeinsam mit dir, bevor irgendjemand Geld in Möbel oder Fotos steckt. Und manchmal ist die ehrliche Antwort auch, dass keiner der drei Wege passt, weil die Lage schlicht keine Gäste anzieht. Dann sagen wir dir das.
der Mieteinnahmen
Findet die Gäste. Übergabe und Reinigung bleiben oft beim Eigentümer.
Risiko: bei dir
je nachdem wie viel du abgibst
Du bleibst Eigentümer und Vermieter. Die Arbeit nicht.
Risiko: bei dir
jeden Monat dieselbe
Ein Betreiber mietet die Wohnung gewerblich und betreibt sie auf eigene Rechnung.
Risiko: beim Betreiber
Der Schlüssel aus der Schublade
Der Schlüssel muss also nicht einfach weg. Die eigentliche Frage ist, wem du ihn gibst und was du dafür behalten willst: das Risiko, die Mitsprache, die Persönlichkeit deiner Wohnung. Wer das für sich weiß, findet den passenden Weg ziemlich schnell.
Wenn du magst, erzähl uns von deiner Wohnung. Ganz Franken, ob Würzburg, Nürnberg oder Rothenburg ob der Tauber. Wir sagen dir offen, welcher der drei Wege für sie Sinn ergibt. Auch wenn es keiner von unseren ist.
Kennenlerngespräch vereinbaren
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Ferienwohnung vermieten zu lassen?
Das hängt vom Weg ab. Vermittlungsagenturen nehmen je nach Anbieter und Umfang meist 15 bis 30 Prozent der Mieteinnahmen. Bei &oh kostet Co-Hosting 15, 20 oder 25 Prozent vom Nettoumsatz deiner Unterkunft, also ohne Umsatzsteuer, Plattformgebühren und eine gesondert berechnete Reinigungsgebühr, mindestens 150, 200 oder 300 Euro netto je Einheit und Monat. Die Mindestgebühr greift nur, wenn die Prozente darunter liegen. Channel Manager und Pricing-Software sind inklusive. Dazu kommt einmalig die Einrichtung ab 490 Euro netto je Einheit. Bei einer Anmietung zahlst du nichts, sondern bekommst eine feste Miete.
Was ist der Unterschied zwischen Vermittler, Co-Host und Anmietung?
Ein Vermittler findet Gäste und nimmt Buchungen an, Übergabe und Reinigung bleiben oft beim Eigentümer. Ein Co-Host betreibt die Ferienwohnung im vereinbarten Umfang für dich, du bleibst Vermieter und trägst das Risiko, bekommst aber auch die Einnahmen. Bei einer Anmietung mietet ein Betreiber die Wohnung gewerblich, zahlt eine feste Monatsmiete und betreibt sie auf eigene Rechnung.
Wer trägt das Risiko, wenn die Wohnung leer steht?
Beim Vermittler und beim Co-Host trägst du es, denn deine Einnahmen hängen an den Buchungen. Bei einer Anmietung trägt es der Betreiber, du bekommst jeden Monat dieselbe Miete.
Mietet &oh auch einzelne Ferienwohnungen an?
Eine Anmietung rechnet sich für uns erst, wenn mehrere Wohnungen an einem Ort zusammenkommen, zum Beispiel ein Mehrfamilienhaus oder ein Boardinghouse. Für eine einzelne Ferienwohnung ist Co-Hosting meistens der bessere Weg.
Darf ich meine Wohnung einfach als Ferienwohnung vermieten lassen?
Nicht automatisch. Ob eine Wohnung als Ferienunterkunft genutzt werden darf, hängt von der Gemeinde und vom Haus ab. Wir klären das vor dem Start gemeinsam mit dir.
In welcher Region arbeitet &oh?
In ganz Franken, für Ferienwohnungen, Ferienhäuser, kleine Pensionen und Hotels, zum Beispiel rund um Nürnberg, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber. Unser Sitz ist in Markt Erlbach.
Von Sarah | &oh
